Der demographische Wandel

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff demographischer Wandel, welche Folgen hat es für die Gesellschaft und was kann man dagegen unternehmen? Wir haben uns mit diesem spannenden Thema auseinandergesetzt und die Fragen beantwortet.

Was bedeutet der Begriff demographischer Wandel?

Demographischer Wandel bedeutet die Veränderung der Bevölkerungsstruktur. Doch wie äußert sich dieser Trend? Die Bevölkerungsveränderung entsteht durch die geringe Geburtenrate und die Überalterung der Gesellschaft. Es kommen immer weniger Kinder zur Welt als das Alte Menschen sterben. Dies ist keine neue Erscheinung, bereits Ende des 19. Jahrhunderts sind erstmals weniger Kinder geboren worden als zum natürlichen Bevölkerungserhalt nötig gewesen wären, so die Bundeszentrale für politische Bildung. Seit 1970 bis heute ist die jährliche Geburtenrate auf konstant niedrigem Niveau. Gerade die zukünftigen Rentner werden unter diesem Wandel leiden. Das Rentensystem in Deutschland funktioniert nach dem sogenannten Umlageverfahren. Damit die Rentner ausreichend Rente erhalten und von der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren, müssen genügend Einzahler das Geld erwirtschaften. Leider ist dies heutzutage nicht gerade einfach, da die Bevölkerung im Durchschnitt länger lebt und die Geburtenrate abnimmt.

Was sind die Ursachen?

Es gibt verschiedene Einflussfaktoren die für den demographischen Wandel verantwortlich sind. Zum einen die besseren Arbeits- und Lebensbedingungen. Zum anderen der gesündere Lebensstil sowie die bessere medizinische Versorgung und gesundheitliche Pflege. Leider geht der Trend immer mehr in Richtung kinderloses Single-Dasein, was den demographischen Wandel fördert und die Geburtenrate sinken lässt. Des Weiteren spielt auch die Wanderungsbewegung, Aus- und Einwanderung von Menschen in Deutschland, eine große Rolle.

Welche Auswirkungen hat nun der demographische Wandel auf die Bevölkerung?

Viele Unternehmen befürchten durch die Bevölkerungsveränderung einen Mangel an Fachkräften. Durch die sinkende Geburtenrate gibt es immer weniger Fachkräfte in der Zukunft. Sozialforscher Gerd Bosbach von der Fachhochschule in Remagen sieht dem ganzen positiv entgegen und meint, dass der demographisch bedingte Arbeitskräftemangel noch weit entfernt sei. Es gibt in Deutschland mehrere Millionen von Stellensuchenden, Arbeitslosen und viele, die gerne mehr arbeiten würden.

Durch die niedrige Geburtenrate werden sich in Zukunft die Rentenbeiträge und das Renteneintrittsalter erhöhen und das Rentenniveau sinken. Nicht nur die Rentenversicherungen werden diesen Wandel zu spüren bekommen, sondern auch die Krankenversicherungen. Die Menschen werden immer älter und benötigen im Alter die entsprechende Pflege und Versorgung. In Zukunft wird es auch immer mehr Seniorenheime statt Schulen oder Kindergärten geben, da die Bevölkerung an Überalterung leidet.

Wie begegnet man dieser Bevölkerungsveränderung?

Um den demographischen Wandel entgegenzusteuern, müssen einige Maßnahmen in Zukunft getroffen werden. Künftig müssen die Deutschen länger arbeiten und zusätzlich zur gesetzlichen Rente auch privat für das Leben im Alter vorsorgen. Die normale gesetzliche Rente wird in den kommenden Jahren nicht mehr ausreichen.

Die Zahl der Beitragszahlenden soll durch die Anhebung der Geburtenrate, durch die Senkung der Arbeitslosigkeit, Verkürzung der Ausbildungszeit und durch Einwanderungen von jungen Erwerbstätigen, erhöht werden. Doch wie hebt man z. B. die Geburtenrate an? Der Staat aber auch die Unternehmen müssen bessere Bedingungen für Mütter und Kinder schaffen z. B. mehr Krippen, Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kindererziehung. Durch diese Maßnahmen wird vielen Paaren die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, erleichtert.

Eine weitere Maßnahme wäre die Ausgaben der Rentenversicherungen mit den Steuermitteln zu finanzieren.

Wie sieht die Zukunft aus?

Sozioökonom Martin Werding prognostiziert, dass mit der Anpassung des Rentenalters von 65 auf 67 und dem gesenkten Rentenniveau das System bis 2030 stabil bleibt, danach schlägt der demographische Wandel richtig zu.

Die jungen Erwachsenen müssen in der Zukunft damit rechnen, dass sie mehr Steuern und Abgaben bezahlen müssen um die zukünftigen Rentner zu finanzieren.

Experten vermuten, dass durch die hohen Wanderungsgewinne, mehr Einwanderer als Auswanderer, die Defizite aus Geburten und Sterbefällen kompensiert werden können und die Bevölkerungszahl stabil bleibt oder sogar steigt. Deutschland ist ein Zuwanderungsland und auf Einwanderer angewiesen, damit das Sozialsystem nicht zusammenbricht. Durch die Zuwanderer bzw. Geflüchteten müssen die zukünftigen Rentner weniger Steuern und Rentenversicherungsbeiträge bezahlen.

 

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