3 Eigenschaften, die einen guten Mentor ausmachen

Drei Eigenschaften Mentor

Es war Odysseus, der seinen besten Freund zum Beschützer seines Sohnes ernannte. Seine Aufgabe bestand darin, dem Jungen während Odysseus’ Abwesenheit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Name des Freundes: Mentor. Heute ist dieser Mentor zum Synonym und Ideal des weisen und erfahrenen Beraters geworden, den man in nahezu allen Bereichen von Ausbildung und Beruf findet.

Das Prinzip einer betrieblichen Mentoring-Beziehung ist simpel: eine erfahrene Führungs- oder Fachkraft unterstützt einen neuen, noch unerfahrenen Kollegen bei dessen Berufseinstieg. Das Besondere dabei bildet der enge und persönliche Kontakt zwischen Mentor und Mentee. In regelmäßigen Gesprächen werden praktische Tipps, Erfahrungen und Fachwissen weitergegeben. Die vertrauliche Ebene ermöglicht eine offene Kommunikation und somit auch individuelles Feedback.

Aber: Was macht einen guten Mentor aus?

Die Gestaltung des Mentoring-Prozesses ist stark abhängig vom Input des Mentors. Laut der Studie „Der Mentor – Rolle, Erwartungen, Realität“ von Frank Edelkraut und Nele Graf entscheiden drei wesentliche Grundvoraussetzungen über die Aufnahme einer Mentoren-Tätigkeit:

1) Der Mentor muss sich bewusst dazu entscheiden, mit dem Nachwuchs zusammenzuarbeiten und ihn zu fördern

Oft sympathisieren erfahrene Mitarbeiter und Berufseinsteiger miteinander, wodurch ein Mentor-Mentee-Verhältnis entsteht: der Ältere erkennt sich meist im Jüngeren wieder und fördert ihn, indem er nützliche Informationen und Erfahrungen aus dem Umgang mit Persönlichkeiten und bei der Lösung komplexer fachlicher Aufgaben weitergibt.

2) Der Mentor zeigt Bereitschaft, sich selbst weiterzuentwickeln und neue Perspektiven kennenzulernen

Im Idealfall profitiert allerdings nicht nur der Mentee von der Mentoring-Beziehung. Ein Mentor muss lernen, viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und Mitgefühl in die Beziehung einzubringen, um seinen Mentee in einer schwierigen Situation richtig zu beraten, zum richtigen Zeitpunkt zu intervenieren und kluge, ermutigende Worte zu finden, um das Selbstvertrauen des Mentees aufzubauen. Gelingt ihm das, kann sich eine dynamische Beziehung entwickeln, an der letztlich beide Beteiligte wachsen. Des Weiteren sollte er dazu bereit sein, sich auf seinen Mentee und dessen Wünsche und Bedürfnisse einzustellen.

3) Der Mentor weiß, dass seine Mentoring-Tätigkeit auch einen positiven Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet

Internes Wissen von Führungs- und Fachkräften kann durch Mentoring-Programme für junge Mitarbeiter zugänglich werden, denn durch den intensiven Austausch betreiben Mitarbeiter aktiv Wissensmanagement. So wird wertvolles und relevantes Wissen erfahrener Mitarbeiter im Unternehmen erhalten und gefestigt. Der intensive Austausch zwischen erfahrenen und neuen Mitarbeitern stärkt auch das unternehmensinterne Netzwerk. Außerdem kann die unterschiedliche Sichtweise der Mentoren neuen Mitarbeitern helfen, einen besseren Überblick über Ziele der Organisation, organisatorische Zusammenhänge und die Unternehmenskultur zu erhalten.

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