“Ein Tag im Leben!” – Sofias Praktikum bei RYC!

Sofia ist die erste Auslandspraktikantin bei ROCK YOUR COMPANY!. Sie bleibt noch bis Mitte August und übersetzt Unternehmens- und Trainingsunterlagen ins Englische. Sie hilft uns, die Vision und Marke von RYC! auch auf Englisch fit zu machen sowie entsprechende Materialen in unseren Refugee-Programmen nutzen zu können.

Bereits vor ihrem Abschied gewährt uns Sofia Einblicke, wie sie ihr Praktikum bei RYC! erlebt hat. In einem lebhaften Bericht lässt sie die letzten zwei Monate Revue passieren.

Diesen Bericht wollen wir euch nicht vorenthalten und stellen ihn deshalb hier im Original vor!


SOFIAS BERICHT:

Ein Tag im Leben

 

Wer bin ich?

Ich bin eine neue Praktikantin bei ROCK YOUR COMPANY! (RYC!) und die erste aus dem Ausland. Ich heiße Sofia und ich komme aus Amerika. Ich habe seit drei Jahren Deutsch in der Uni studiert und jetzt mache ich ein Praktikum als eine Übersetzerin. Mein Hauptziel für den Sommer ist mein Deutsch zu verbessern.

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Der Weg

Abbildung: Eingang PraterinselUm 10 Uhr komme ich auf der Praterinsel an und suche das Gebäude Nummer 4. Nach einer kleinen Verwechslung mit der ‘4a’ finde ich die richtige Tür. Ich probiere die Tür, aber die ist geschlossen. Super, was jetzt? Ich kann (und soll) die Türklingel läuten, aber ich habe ein bisschen Angst. Ich kenne niemanden. Was soll ich sagen? Endlich läute ich, warte – und die Tür ist plötzlich offen, ohne ein Wort. Puh, das war einfach! Der nächste Schritt ist das Büro zu finden. Ich gehe langsam die Treppe hoch, schaue mir jedes Stockwerk an, vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss. Ein Stock unter dem Dach, komme ich zum Büro von ROCK YOUR COMPANY! und öffne die Tür.

Wow! Warum sollte ich Angst haben? Das Büro ist sehr modern und die Menschen sind wunderschön. Ich fühlte mich nicht lange wie die “neue Kollegin.”

Was ist “ROCK YOUR COMPANY!”?

Foto: Teambild mit Sofia

ROCK YOUR COMPANY! ist ein Teil von ROCK YOUR LIFE!, die beide mit Mentoring arbeiten. Wir fördern Beziehungen zwischen jungen und erfahrenen Mitarbeitern. Durch Mentoring kann eine stärkere und erfolgreichere Verbindung mit dem Unternehmen geschaffen werden. Die persönlichen und sozialen Kompetenzen von jungen Mitarbeitern werden verbessert und Wissenstransfer zwischen Generationen wird ermöglicht.

Das Team

Im ROCK YOUR COMPANY! Büro haben wir sieben Kollegen, die zufällig Namen nur mit “J” oder “S” haben: Jan, Sascha, Julia, Jana, Johanna, und ich (Sofia). Sascha und Jana arbeiten im Marketing. Jan, Julia, Tanja, und Johanna arbeiten im Project Management. Wir haben ebenso zwei Kollegen außerhalb vom Büro: Tanja, die auch für RYL! arbeitet, und unser und RYL!s Geschäftsführer, Max.

Wie geht ein “normaler” Tag?

  1. Check-In

Weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist, ich muss ein bisschen morgens meine Sprache warmlaufen. Ich sitze zusammen mit meiner Chefin und wir reden einfach, kein Stress. Ich finde das auch sehr hilfreich, meine Aufgabe zu definieren.

  1. Arbeiten

Was mache ich? Ich bin in der Mitte von allen Abteilungen. Weil RYC! außerhalb von Deutschland und der Schweiz wächst und weil mehr Programme mit Flüchtlingen anbietet, brauchen wir unsere Materialen auch auf Englisch. Ich übersetze die Trainingsmaterialen und die Präsentationen von Deutsch zu Englisch. Es ist sehr interessant, weil es gibt keine genaue Übersetzung, deshalb muss ich kreativ und flexibel denken. Ich übersetze nicht nur, ich umwandele den ganzen RYC! Brand: die Begriffe, die Mottos, die Stimmung. Das ist ganz wichtige Arbeit für eine Praktikantin und ich freue mich, das zu machen.

  1. Mittagspause

Wir machen alle zusammen Mittagspause, von beiden RYC! und RYL! Büros. Die Küche ist ganz klein, so bereiten wir unser Essen Ellbogen neben Ellbogen vor. Dann essen wir auf der Terrasse. Manchmal, nach dem Essen, schwimmen wir in der Isar oder wir gehen spazieren um die Insel herum. Das macht viel Spaß und ist eine gute Zeit, meine Kollegen kennenzulernen. Wegen übersetzen, ich denke fast den ganzen Tag nur auf Englisch, deshalb ist Mittagspause, voll mit Deutsch, am Anfang ein bisschen schwierig für mich. Ich brauche ein paar Minuten um wieder auf Deutsch zu denken.

  1. Wieder arbeiten

Manchmal haben wir Veranstaltungen, zum Beispiel Trainings, die muss ich vorbereiten. Kaffee kochen, Geschirr waschen, normale Praktikantin-Dinge. Einmal war ich auch dabei in einem Training (“Mein Potential“ Training), wo wir haben über Stärken, Interessen, und Werte gesprochen. Das war eine Zusammenarbeit mit Joblingen, RYL!, und RYC!. Es gab 12 Teilnehmer von Syrien, Brasilien, Somalia, Eritrea, Polen, und Iran. Die alle hatten verschiedene Deutsch-Kenntnisse; manche mit 11 Jahren und manche mit 6 Monaten, aber die Stimmung war sehr positiv und enthielt ein Gefühl der Kameradschaft.

  1. Tischtennis

Einmal pro Tag spielen wir Tischtennis. Obwohl es eine Pause ist, es ist sehr ernst. Wir spielen 3 Runden bis 11 Punkte. Am Anfang spielte ich ganz schrecklich (Tischtennis ist nicht so einfach). Mein Hauptziel ist noch, mein Deutsch zu verbessern, aber jetzt habe ich ein weiteres Ziel: mein Tischtennis-Spiel zu verbessern! Und auf jeden Fall: jeden Tag verbessere ich meine Deutsch- und Tischtennis-Fähigkeiten.

  1. Wieder arbeiten

Etwas Lustiges: In meiner ersten Woche hatten wir gar kein Internet, deshalb konnte niemand arbeite. Meine Kollegen hatten Angst, dass ich denke, dass Deutschland ein Dschungel ist.

  1. Geburtstag feiern

Wir haben mindestens einen Geburtstag pro Woche, (oder wenigstens etwas zu feiern). Ich vermute, dass das wegen Sommerzeit ist. Wir machen eine Pause, um zusammen zu kommen, zu singen, ein Geschenk zu geben und manchmal zum Sekt-Trinken. Arbeit ist wichtig, aber Menschen sind wichtiger.

  1. Feierabend!

Zusammenfassend, ROCK YOUR COMPANY! ist eine junge, aktive, und wirksame Organisation. Ich lerne schon so viel Deutsch und lerne coole Leute kennen. Ich freue mich, ein kleiner Teil davon zu sein.

 

Foto: Stauwerk Praterinsel

Ich könnte noch mehr über RYC! erklären, aber ich glaube, dass es von meinen Kollegen besser ist, deshalb habe ich kurze Interviews mit ihnen gemacht, über ihre Arbeit bei RYC!.


Interview mit Max:

Was machst du?

“Ich bin der Kaufmännische Geschäftsführer von RYL!. In der Position bin ich verantwortlich für alles, was mit Geld zu tun hat (Finanzen, Fundraising), für die rechtlichen Themen, für die personalen Themen und für die Strategie.”

Wie bist du mit RYC! verbunden?

“Ich habe in 2014 im Sommer den Business Plan von RYC! geschrieben, damals war ich ein Student an der Uni. Jan und Sascha (und andere) haben die Idee weiterentwickelt. Jetzt bin ich als Geschäftsführer der gGmbH für RYC! mitverantwortlich.”

Warum arbeitest du bei RYL!?

“Weil ich total fasziniert bin von der Kombination aus der sozialunternehmerischen Vision und dem Gedanken, dass jeder Mensch großes Potential hat und das man dann nur erwecken und stärken muss.

Ich finde, dass unser Bildungssystem in Deutschland nicht gerecht ist, weil Schüler aus Elternhäusern ohne akademischen Background sehr stark benachteiligt werden, und da ist es wertvoll eine Maßnahme wie RYL! zu haben.

Was ist deine Lieblings Erinnerung?

Der RYL! Summit. Das ist die Veranstaltung, die wir immer im Mai machen, wo alle RYL! Vereine zusammenkommen, insgesamt 200 Leute. Das ist meine Lieblings-Erinnerung, weil ich das total beeindruckend finde, wie viel Energie, wie viel Spirit, und wie viel Vision die ganzen RYL! Vereinsstandorte mitbringen.”

 

Interview mit Sascha:

Was machst du?

“Ich tue alles dafür, dass RYC! erfolgreich auf eigenen Beinen steht. Auf der einen Seite online, auf der anderen Seite durch meine eigene Person. Ich bin viel unterwegs auf Veranstaltungen, bei Kunden deutschlandweit, um neue Partner zu gewinnen.”

Wie finden die Unternehmen das Produkt?

“Man kann sagen, dass ungefähr ein Drittel der Unternehmen das Programm über die Website oder die Online-Kommunikation gefunden hat, und die weiteren zwei Drittel aus dem beruflichen, privaten, aber auch aus dem Netzwerk von RYL! sowie durch Jan und mich kommen.”

Was ist von dem Produkt am coolsten für die Unternehmen?

“Ich glaube am coolsten ist die Art und Weise wie wir Personalentwicklung machen. Es ist ganz wichtig, auf Augenhöhe zu arbeiten, das heißt sehr wertschätzend und sehr individuell. Wir sind sehr jung, sehr dynamisch und auf der Ebene von den jungen Mitarbeitern. RYC! spricht für sich. Das ist der Spirit, mit dem wir auch unterwegs sind, aber doch auch sehr professionell, mit viel Erfahrungen, die wir wieder reingeben. Das sind die zwei Punkte.”

Was ist deine Lieblings-Erinnerung?

“Mir gefällt es sehr stark, wenn ich selber die Möglichkeit habe, bei einem Training mit dabei zu sein. Wenn ich dann sehe, wie die Teilnehmer am Anfang vom Tag starten und sie diese Dynamik entwickeln, und jeder für sich etwas lernt. Und dann wie die Teilnehmer abends auf einer ganz anderen Ebene aus dem Tag rausgehen. Das ist für mich der schönste Moment.”

 

Interview mit Jana:

Was machst du?

“Als Werkstudentin mache ich die Kommunikation für RYC!, für allem online. Mit Sascha schreibe ich unseren Blog, Social Media Posts, Pressemitteilungen für Zeitungen und für unser eigene Unternehmens-Seite.”

Wie reagieren Menschen auf Social Media?

“Wenn wir was auf Social Media posten, dann sind das meistens zwei verschiedene Gruppen, die darauf reagieren. Auf Facebook, unsere Follower dort, ungefähr 700, die sind ganz stark aus dem persönlichen Umfeld. Die sind wirklich „Fans“ und deswegen gehen auf Facebook persönliche Posts besser, also wenn wir viel über das Team posten und was wir machen: Tischtennis spielen oder Mittagsessen zum Beispiel. Wir haben auch diese professionelle Gruppe. Leute, die wir nicht kennen: HR-Verantwortliche für Unternehmen, Personaler oder Führungskräfte. Die versuchen wir eher auf Xing, LinkedIn oder Twitter zu erreichen und dann posten wir professionelle oder sachliche Themen.”

Was ist deine Lieblings-Erinnerung?
“Tischtennis spielen und in der Mittagspause in der Isar schwimmen. Von der Arbeit her würde ich sagen das Video über die Kooperation mit der Deutschen Bank über das Flüchtlings-Programm. Da konnte ich viel darüber schreiben, weil ich vorher ein Praktikum dort gemacht habe. Das war cool, dass diese zwei Kooperations-Partner was zusammen machen.”

 

Foto: Eis essen mit dem Team

Interview mit Julia:

Was machst du?

“Ich bin für die Umsetzung der Programme verantwortlich. Das bedeutet, dass ich gemeinsam in Absprache mit unseren Partnern und Kunden die Projekte plane: Die Termine fix machen, die Trainer buchen und vorbereiten, die Trainings-Inhalte abstimmen. Ich bereite alles so vor, dass der Training-Tag selbst ohne Probleme gut verläuft, und am Tag selber bin ich eher unterstützend tätig.”

Wie macht RYC! ein individualisiertes Programm für Kunden?

“Die Vorbereitung ist sehr wichtig. Wenn ein Kunde sagt, „Okay, ich starte mit euch ein Mentoring Programm“, dann mache ich immer in Kombination mit einem der beiden (Jan und Sascha) einen Konzeptions-Workshop. In diesem Workshop sprechen wir über die Ziele und Wünsche des Kunden. Wir machen das gemeinsam, dass wir beide Bescheid wissen, was möchte der Kunde und was ist wichtig für dieses Programm. Nach den Trainings ist es meine Aufgabe, alles auszuwerten; wir machen Evaluationen und einen Abschlussbericht, den wir den Kunden zu schicken.”

Was ist dein Lieblingsteil von diesem Prozess?

“Mein Lieblingsteil ist die Mentoren und Mentees kennenzulernen, die letztendlich sechs Monate mit uns arbeiten. Ich bin immer wieder überrascht, was für tolle Menschen die sind. Die sind extrem motivierte, so sympathische, freundliche Leute mit Humor. Es macht einfach ganz viel Spaß, mit denen zu arbeiten.”

 

Interview mit Tanja:

Was machst du?

“Ich bin für die Trainer-Betreuung, -Buchung und -Weiterbildung zuständig und unterstütze das Projektmanagement bei der Vorbereitung von Veranstaltungen bzw. Trainings.”

Wie würdest du die Trainer beschreiben?

“Bei den Trainern unterscheiden wir in Trainer und Senior Trainer. Wir haben 8 Trainer, die eine RYL! Trainerausbildung (12 Ausbildungstage und 14 Praxistage) abgeschlossen haben und als Senior Trainer für RYL! an den Standorten Jugendliche bei ihrer Potentialentfaltung empowern und unterstützen. Die haben wir zu RYC! Trainern ausgebildet.

Unsere Trainer und unsere Senior Trainerin Elisabeth blicken auf einen großen Erfahrungsschatz zurück. Zum einen haben unsere Trainer eine Vielzahl an RYL! Trainings gehalten. Zum anderen sind sie selbständig oder geben in anderen Kontexten Trainings. Neben der Erfahrung in der Trainingsgestaltung und den Kenntnissen über die Herausforderungen und Belange von jungen Menschen sind unsere Trainer ganz besondere Menschen – einzigartig. Jeder von ihnen besitzt die Gabe, den Menschen in seine Kraft zu bringen, sich Ziele zu setzen und sein Leben pro aktiv zu gestalten – und das jeder auf seine ganz persönliche und individuelle Weise. Sie sind in der Lage, eine Gruppe in ihrer Weiterentwicklung auf eine leichte und inspirierende Art zu unterstützen.”

Was ist deine Lieblings Erinnerung

“Einer der goldenen Momente mit RYC! war die RYC!-Trainerausbildung und das gemeinsame Abendessen mit Spieleinheit.”

 

Vielen Dank fürs Lesen!

Sofia Gillespie
RYC! Praktikantin

 

*Meine Erfahrungen werden durch eine Finanzierung von Paul K. and Evalyn Elizabeth Richter Memorial Funds und der Eleanor Stellyes Center for Global Studies ermöglicht. Ein besonderer Dank geht an Cultural Vistas, das Programm, dass dieses Praktikum für mich gefunden hat.


Wir danken dir für die tollen Worte und den fantastischen Bericht, Sofia!
Wie schön, dass du aus den USA den Weg zu uns gefunden hast! :)

 

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One thought on ““Ein Tag im Leben!” – Sofias Praktikum bei RYC!

  • Hi Sofia,
    dein Erlebnisbericht ist besser als jeder final report, und TeilnehmerInnen, die in der Mittagspause schnell mal im Fluss schwimmen gehen, hatten wir mit Sicherheit auch noch nie! Alles Gute!
    Matthias von Cultural Vistas Berlin

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