Voli – was? Volition als Erfolgsfaktor

 

Motivierte Mitarbeiter arbeiten effektiver und schneller – haben Spaß und sind zufriedener. Im besten Fall geht es von der initialen Motivation in einen länger anhaltenden Flussmoment über, auch Flow genannt, der uns alles einfach von der Hand gehen lässt. Für unangenehmere Aufgaben, wie beispielsweise ein Kritikgespräch mit einem Mitarbeiter oder eine Steuererklärung, fehlt die Motivation hingegen oft. In diesem Moment kommt die Volition ins Spiel: eine bewusste, willentliche Umsetzung von Zielen und Motiven in Ergebnisse.

Die Motivation ist also die Initialzündung, das, was uns Menschen antreibt. Diese kann intrinsisch oder auch extrinsisch sein und somit beispielsweise von den eigenen Idealen herrühren oder von den Erwartungen des Umfelds ausgehen. Die Volition, auch oft als Willenskraft umschrieben, ist das, was nach der Motivation kommt. Anschaulich könnte man sagen: wenn die Motivation der Motor eines Autos ist, dann ist die Volition das Benzin.

1. Fokussierung der Aufmerksamkeit: Hierbei geht es vor allem darum, die eigene Energie auf klar definierte Ziele zu lenken. Dabei sollte man sich nicht verzetteln, indem man viele Dinge gleichzeitig anfängt. Die Konzentration liegt auf dem Wesentlichen.

2. Emotions- und Stimmungsmanagement: Frust und Wut beeinflussen den Tatendrang stark. Wer seine Emotionen kontrolliert, verliert weniger Energie und kann besser arbeiten. Auch die Emotionale Intelligenz (siehe unser Blog-post zum Thema) spielt hier eine Rolle. Eine hilfreiche Fähigkeit ist, sich selbst und andere in eine kreative und positive Stimmung zu versetzen.

3. Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke: Man sollte sich der eigenen Stärken bewusst sein und darauf vertrauen. Das sorgt dafür, dass man sich wirkungsvoller durchsetzen kann. Das führt dazu, dass Widerstände mehr als eine Herausforderung als ein Problem erachtet werden.

4. Vorausschauende Planung und Problemlösung: Man sollte immer auf Unvorhergesehenes gefasst und vor allem darauf vorbereitet sein. Daher ist es besser langfristig zu planen, anstatt alles in letzter Minuten zu erledigen. Bei der kreativen Problemlösung ist außerdem Flexibilität gefragt. Ganz nach dem Prinzip „Think out of the box“, d.h. versuche außerhalb der klassischen Schemata nach Lösungen zu suchen.

5. Zielbezogene Selbstdisziplin: Wichtig für die Volition ist, dass man in dem was man tut einen Sinn sieht. Dadurch erkennt man frühzeitig, was für eine bestimmte Situation notwendig ist und kann es konsequent umsetzen. Die Selbstdisziplin hilft dann dabei sich weniger schnell ablenken zu lassen.

Volition ist kein Talent, das die einen haben und andere nicht. Sie funktioniert wie ein Muskel und kann trainiert werden. Es geht darum, das so genannte „Knowing-Doing Gap“ zu überwinden. Das bedeutet, dass man zwar oft weiß was zu tun ist, es aber nicht macht. Selbst wenn die Motivation sehr groß ist, muss sie nicht von Erfolg gekrönt sein bzw. es gibt keinen Zusammenhang zwischen Motivation und der aktuellen Leistung. Denn für die tatsächliche Umsetzung braucht es die Volition, das heißt einen funktionierenden Plan mit Lösungsstrategien.

Menschen mit Volition fragen sich beispielswiese, wie ihre Wertvorstellungen mit ihrem Beruf und ihrem Leben übereinstimmen und diskutieren das auch mit ihren Freunden. Denn die eigenen Werte zu kennen, beeinflusst auch, ob wir einen Sinn in unserer Arbeit sehen. Die Vision und der tiefere Sinn sind – wie viele Studien belegen – ein stärkerer Motivator als Geld oder Status.

Volition ist nicht nur wichtig im beruflichen Leben, sondern kann auch im privaten Bereich. Denn auch hier hat es viel mit Planung und vor allem mit effektiven Gewohnheiten bzw. Routinen zu tun, inwieweit ich meine Ziele erreiche. Zum Beispiel, wenn man sich vornimmt jeden Morgen laufen zu gehen. Wichtig ist es Hürden abzubauen. Ein einfacher Weg, um das Joggen zum alltäglichen Ritual werden zu lassen, ist sich anfänglich die Laufschuhe so zurecht stellen, dass man „drüber stolpern muss“. Die bewusste Planung und der Fokus auf das Ziel – laufen zu gehen – erleichtert die Umsetzung.

Auch bei unserem Training „Meine Ziele“ spielt die Volition eine tragende Rolle. Es gibt den Teilnehmern Tools mit an die Hand, um sich smarte Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Ganz nach dem Konzept „Ziel-Plan-Aktion“. So macht arbeiten Spaß.

 

Quellen:

Comelli, Gerhard und von Rosenstiel, Lutz (2011): Führung durch Motivation: Mitarbeiter für Unternehmensziele gewinnen

Manager Seminare (2014), Heft 90: http://www.management-innovation.com/download/Volition-Schluesselkompetenz-managerseminare.pdf

Mühlbacher, Jürgen; Scheer, Peter; Schmidt, Angelika; von Rosenstiel, Lutz (2008): Management Development: Wandel der Anforderungen an Führungskräfte

Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik: http://lexikon.stangl.eu/4490/volition/

Pelz, Waldemar (2017): http://www.willenskraft.net

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