„Du musst überzeugen und dafür du selbst sein“

Seit September 2017 ist der gebürtige Berliner Gregor Rahn als Manager Unternehmenskooperation Teil des ROCK YOUR COMPANY! und ROCK YOUR LIFE! Teams. Er hat unter anderem in Malawi, Tschechien und auf den Philippinen gelebt und zuletzt seinen Master in Nachhaltigkeitswissenschaft in Schweden gemacht. Für die Arbeit bei RYC! und RYL! ist er in München sesshaft geworden.

Was hast du vor RYC! gemacht?

Gregor: Ich war nach dem Abitur mit dem Weltwärts-Programm an einer Schule in Malawi und hatte die Chance viel zu reisen. Meinen Bachelor in Geographie habe ich in Dresden gemacht und auch in dieser Zeit war ich immer wieder für Praktika im Ausland. Das Thema Nachhaltigkeit war mir immer sehr wichtig, sodass ich mich für ein Programm in Lund, Schweden, entschieden habe – Sustainability Science. Nach einer Summerschool der Europäischen Union zum Thema Climate Entrepreneurship ging es ans Bewerben. Ich hatte großes Glück die Ausschreibung von RYC! zu finden. Es war lustigerweise eine der ersten Bewerbungen und es hat einfach direkt gepasst. Ich habe mich dann riesig gefreut, als die Zusage kam.

Wie bist du denn vom Umweltaspekt zum Bildungsthema gekommen?

Gregor: Für mich war Bildung immer schon ein wichtiges Thema – früher wollte ich sogar Lehrer werden. Deshalb hat es mich direkt überzeugt, dass RYC! Räume schafft, in denen junge Menschen ihr Potential entfalten können. Als Gesellschaft brauchen wir das. Diese Potentialentfaltung macht RYC! auch „sozial nachhaltig“, weil junge Menschen aktiv an der Gesellschaft teilnehmen und ihre Fähigkeiten einsetzen können.

Du arbeitest 50% für RYC! und 50% für RYL!. Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch? Wo siehst du Unterschiede und wo Überschneidungen?

Gregor: Die Herausforderungen liegen im Alltäglichen: sich zu organisieren, Prioritäten zu setzen und die Übersicht zu behalten. Das ist wichtig um beiden Bereichen gerecht zu werden. Wenn ich ein Unternehmen anspreche, dann finde ich es immer spannend herauszufinden, welches Programm – RYC! oder RYL! – passen könnte. Die verschiedenen Programme und die vielen Zielgruppen, mit denen ich zu tun habe, erfordern dabei unterschiedliche Kommunikationsstrategien. Den Freiwilligen aus unserem Netzwerk muss ich anders ansprechen, als einen potenziellen Unternehmenspartner. Das zeigt sich konkret auch anhand der Wörter, die man verwendet, oder an den Schwerpunkten, die man setzt. Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Aber die zu meistern und jeden Tag dazuzulernen – das ist eine der tollen Sachen an meiner Doppelrolle. Ein spannender Unterschied zwischen RYC! und RYL! liegt in der Unternehmensform. RYC! ist ein Social Start-Up, das schnell wächst – mit dem Ziel RYL! mittelfristig zu finanzieren. RYL! hingegen wächst organisch nach den Regeln einer gemeinnützigen GmbH.

RYC! kanntest du vorher nicht, aber hattest du andere Erfahrungen mit Mentoring oder selber einen Mentor?

Gregor: Leider hatte ich das noch nie und das finde ich sehr schade. Gerade jetzt, wo ich mich damit so intensiv auseinandersetze. Mir ist bewusst geworden, wie wichtig meine Eltern und meine Schwester, aber auch meine Großeltern und meine Familie generell für mein Aufwachsen waren. Hier konnte ich immer meine Fragen loswerden und wurde unterstützt. Deshalb wurde mir die Unterstützung, die andere vielleicht durch Mentoren bekommen, quasi von zu Hause mitgeben.

Welche von deinen persönlichen Werten verbindest du mit RYC!?

Gregor: Authentizität. Du kannst als Salesmanager nur dann Partnerschaften mit Unternehmen aufbauen, wenn du authentisch bist. Du musst überzeugen und dafür musst du auch du selbst sein. Das wird in unserem Team groß geschrieben! Wir sind alle verschieden und das schätzen wir aneinander und unterstützen uns gegenseitig. Darüber hinaus sind Offenheit und Agilität noch zwei meiner Werte, die wir mit unserem RYC! Inhouse-Mentoring fördern wollen.

Wenn du an deine ersten sieben Monate zurückdenkst, was war bisher dein schönster Moment?

Gregor: Die letzten Team-Tage waren sehr, sehr schön und intensiv. Außerdem die ersten Sonnenstrahlen vor einigen Wochen auf der Terrasse hier auf der Praterinsel. Insgesamt gibt es viele schöne Momente und ich komme jeden Tag gerne auf die Praterinsel.

Gab es auch schwierige Momente?

Gregor: Ich glaube gerade als Einsteiger muss man die Erwartungen an sich selber etwas runterschrauben. Gerade im Salesmanagement muss man lernen mit Rückschlägen umzugehen, z. B. wenn ein Vertrag nicht zustande kommt. Sonst geht die Motivation verloren. Damit professionell umzugehen ist eine Herausforderung, die ich am Anfang unterschätzt habe.

Was ist deine Wunsch, deine Vision für RYC!?

Gregor: Ich würde mir wünschen, dass mehr Firmen verstehen, dass  Menschen das Wichtigste im Unternehmen sind. Wenn Mitarbeiter unmotiviert sind und sie keinen Raum und keine Zeit haben um sich zu entfalten, dann schadet das dem Unternehmen. Die Bedürfnisse und Potentiale der Mitarbeiter wahrzunehmen und zu fördern – das ist unser Verständnis von „Ganzheitlichkeit“ und darauf sind unsere Trainings auch ausgerichtet. Die Vision hinter meinem Wunsch ist, dass man im 21. Jahrhundert ankommt und den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Für RYC! wünsche ich mir, dass wir uns als Experten im Bereich Mentoring weiter etablieren und noch sichtbarer werden. Um dann mit unseren Partnern die Arbeitswelt von heute und morgen gestalten.

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