Richtig Netzwerken – die wichtigsten Tipps & Tricks

Das berühmte Vitamin B wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Laut der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2016 wird etwa jede dritte Stelle in Deutschland über Beziehungen besetzt. Diese Zahl liegt noch höher für Kleinstbetriebe mit weniger als 10 Angestellten, bei denen fast jede zweite Stellenbesetzung über persönliche Kontakte erfolgt (IAB, 2011). Aber was bedeutet „Netzwerken“ eigentlich? Und wie kommt man zu einem Netzwerk? Gerade zu verschrien ist es ja, wenn man sich auf familiäre Verbindungen, z. B. die der eigenen Eltern, verlässt. Es geht aber auch anders. Denn ein gutes Netzwerk kann man sich selbst aufbauen.

Do’s beim Netzwerken

Bevor man beginnt, wahllos andere Leute anzusprechen, sollte man zunächst seine persönlichen Ziele definieren: Was möchte ich erreichen? Und wer kann mir dabei helfen? Dabei kann man auch andere Personen beobachten, die ähnliche Ziele verfolgen und auch diejenigen Personen, die dieses Ziel schon erreicht haben. Hierbei gilt: immer nach oben orientieren! Außerdem sollte man nicht vergessen, dass auch die Kontakte der Kontakte interessant sein können – sie können sozusagen als Multiplikatoren wirken.

Wenn du mit dem Netzwerken offline loslegst, solltest du folgendes beachten:

  • Geben und Nehmen: Gerade in der Phase des Aufbaus solltest du deutlich mehr geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Werde aktiv! Besuche interessante Seminare und Workshops, melde dich zu Wort, stelle Fragen, zeige dich.
  • Stell dich deutlich mit vollem Namen vor. Gerade schwer verständliche oder Doppelnamen solltest du wiederholen, beziehungsweise eine Visitenkarte weitergeben. Das Gleiche gilt für den Namen deines Gesprächspartners.
  • Überlege im Vorfeld, wie du das Gespräch beginnen kannst.
  • Stelle Fragen, die dein Interesse signalisieren (Wie hat Ihnen die Veranstaltung gefallen? Kannten Sie den Speaker?). Gib deinem Gesprächspartner Gelegenheit, zu antworten und ebenfalls Fragen zu stellen.
  • Mach dir zeitnah Notizen zu deinem Kontakt und vermerke die Stichworte auf der Visitenkarte.
  • Habe immer genug Visitenkarten dabei.
  • Achte auf Qualität statt Quantität. Lockerer Small Talk ist auch möglich ohne Kontaktdaten auszutauschen.
  • Sei auch und besonders im informellen Rahmen präsent! Die wichtigsten Neuigkeiten und Informationen werden erfahrungsgemäß nach dem offiziellen Ende einer Veranstaltung ausgetauscht.
  • Bleib authentisch und somit glaubwürdig. Aus einer introvertierten Person wird kein Witzeerzähler, der alle anderen unterhält.

Nach so einer Netzwerkveranstaltung ist es aber mit der Arbeit noch nicht getan. Wenn du z. B. versprochen hast, dich zu melden – dann tu das! Und zwar innerhalb von 48 Stunden, besser noch innerhalb von 24 Stunden. Und auch wenn du dich nach so einem Abend ins Gedächtnis bringen willst, dann schicke zeitnah eine Kontaktanfrage über deine beruflichen sozialen Netzwerke – z. B. XING oder LinkedIn, nicht jedoch über Facebook. Außerdem ist es wichtig deine neuen Kontakte zu pflegen. Dies kann über eine E-Mail geschehen, einen kurzen Anruf oder mittels eines interessanten Artikels, den du mit einer kurzen Notiz an deine Netzwerke sendest.

Um das richtige Maß zu wahren, gilt die sogenannte 70-20-10 Formel. 70 Prozent deines Engagements solltest du darin investieren, für dein Netzwerk da sein, z. B. indem du andere mit deinem Wissen und deiner Hilfe unterstützt. Das ist wichtig, denn ein berufliches Netzwerk ist ein Beziehungsgeflecht, das auf Vertrauen fußt. Ein weiterer Grund, warum man es mit den Kontakten nicht übertreiben sollte: schließlich müssen auch Geschäftsbeziehungen gepflegt werden. 20 Prozent deiner Zeit solltest du darüber hinaus nutzen, um anderen die Chance zu geben, dich kennenzulernen: indem du von dir erzählst und davon, was dich interessiert und antreibt. Dafür kannst du als Gast an Veranstaltungen teilnehmen oder auch selbst als Speaker fungieren. In den verbleibenden 10 Prozent deiner Zeit kannst du selbst um Rat und Hilfe bitten und dafür dein Netzwerk nutzen.

Don’t’s beim Netzwerken

Netzwerken bedeutet, mit Menschen in Beziehung zu treten und sich auszutauschen. Hier gibt es einige Fettnäpfchen, die man umgehen kann:

  • Nur passiv zu sein und nicht selbst aktiv Fragen zu stellen, macht dich auf jeder Veranstaltung als Gesprächspartner unattraktiv.
  • Mehr nehmen als geben – und sich dann nicht bedanken.
  • Einen neuen Kontakt sofort um Hilfe bitten, noch bevor es eine Vertrauensbasis gibt.
  • Etwas zusagen und nicht einhalten – das wirkt unzuverlässig und dieser Eindruck ist schwer rückgängig zu machen.
  • Sich an Gesprochenes nicht erinnern und beim nächsten Treffen dieselben Fragen stellen.

Ein Netzwerk in der eigenen Firma kann man sich auch durch Mentoring aufbauen. Zum einen mit dem eigenen Mentor bzw. der Mentorin, die wiederum meist schon vernetzt ist und dem Mentee weiterhelfen kann. Aber auch Mitglieder der eigenen Menteegruppe können sich gegenseitig eine wichtige Unterstützung und Ratgeber sein – besonders, weil sie sich in ähnlichen Situationen befinden.

 

Quellen:

Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (2011). IAB Kurzbericht (26/2011). Abrufbar unter: http://doku.iab.de/kurzber/2011/kb2611.pdf

Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (2016). Fast jede dritte Stelle wird über persönliche Kontakte besetzt. Abrufbar unter: http://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/kb0416.aspx

GS Lexikon. Netzwerken. Abrufbar unter: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/netzwerken

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