Mentoring-Hub: Mentoring für kleine und mittelständische Unternehmen

Abbruchquoten bei Auszubildenden – betriebliche Integration?

Jeder vierte Auszubildende bricht seine Ausbildung ab oder verlässt seinen Ausbildungsbetrieb vorzeitig (Berufsbildungsbericht der Bundesregierung, 2016), auch unter Auszubildenden mit Fluchthintergrund finden sich vergleichbare Zahlen (lt. Umfrage der IHK für München und Oberbayern, 2018). Daher fragen sich viele Betriebe, wie sie ihre Ausbildung stabilisieren, ihre Auszubildenden gut begleiten und langfristig ans Unternehmen binden können.

Um Lösungsansätze kennenzulernen, nahmen im April 2018 kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region an der Informationsveranstaltung „Betriebliche Integration von Geflüchteten in Ausbildung“ der IHK für München und Oberbayern teil. Viele der anwesenden Unternehmen beschäftigen oder bilden selbst Geflüchtete aus – und zeigen ein großes Interesse daran, ihre Auszubildenden und Mitarbeiter mit Fluchthintergrund ins Unternehmen zu integrieren.

Auszubildende mit Fluchthintergrund: Chance und Herausforderung

Damit sind sie nicht allein: Allein in der Region München und Oberbayern werden 2.300 Menschen mit Fluchthintergrund ausgebildet. In einer Sonderbefragung der IHK für München und Oberbayern antworteten 23,6 % der ca. 400 befragten Unternehmen, dass sie sich in den nächsten drei Jahren für das Thema „Geflüchtete“ engagieren wollen und auch müssen.

Betriebe zeigen dabei eine hohe Bereitschaft, Geflüchtete erfolgreich in ihre Betriebe zu integrieren. Jedoch berichten auch 32,3 % der befragten Unternehmen von Ausbildungsabbrüchen. Als Gründe werden am häufigsten Sprachschwierigkeiten, Schwierigkeiten im Arbeitsalltag und Abschiebungen genannt.

Aus Perspektive der Auszubildenden ist der Ausbildungs- und Berufsalltag häufig ein herausfordernder: sie müssen Arbeitsabläufe und -prozesse verstehen, sich in einem neuen Unternehmen zurechtfinden, den Alltag strukturieren und einen Platz im eigenen Team finden. Bei Auszubildenden und Berufseinsteigern mit Fluchthintergrund kommen hier noch zusätzliche zum Teil sehr komplexe Herausforderungen hinzu: es gilt sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, sich im deutschen Unternehmenskontext zu orientieren und stabile Beziehungen zu Kollegen aufzubauen. Daher wird die Berufsausbildung als fordernd und oft auch überfordernd wahrgenommen.

Der Schlüssel zum Erfolg: individuelle Betreuung

Die IHK für München und Oberbayern identifiziert die individuelle Betreuung der Auszubildenden als wirkungsvollen Ansatz um junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund während der Ausbildung und dem Berufseinstieg zu unterstützen, Abbrüche zu verringern und Geflüchtete langfristig in den Betrieb zu integrieren.

Was aber tun, wenn man nur wenige junge Menschen ausbildet oder intern die Strukturen zur individuellen Betreuung fehlen? Diese Frage stellen sich viele Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische. Um hier Unterstützung zu leisten, hat ROCK YOUR COMPANY! in Zusammenarbeit mit der IHK für München und Oberbayern ein neues Mentoring-Format entwickelt: den Mentoring-Hub München.Mentoring-Hub München: für kleine und mittelständische Unternehmen

Der Mentoring-Hub München ist ein Angebot für kleine und mittelständische Unternehmen, die jedes Jahr nur begrenzt junge Menschen ausbilden und nach einer Möglichkeit suchen, diese Zielgruppe möglichst gut zu begleiten und langfristig zu fördern. Für den Mentoring-Hub München bringt ROCK YOUR COMPANY! bis zu 15 Auszubildende und Berufseinsteiger mit 15 erfahrenen Mitarbeitern aus wiederum 15 unterschiedlichen Unternehmen zusammen. Jeder Auszubildende oder Berufseinsteiger bekommt einen erfahrenen Mitarbeiter aus seinem Unternehmen als Mentor an die Seite und arbeitet 6 Monate an seinen individuellen Zielen und Herausforderungen.

Der Mentoring-Prozess sieht neben einem jeweils 1-tägigen Qualifizierungsmodul für Mentees und Mentoren und begleitenden Trainings für Mentees individuell stattfindende Treffen zwischen Mentor und Mentee vor. Die Trainings für Mentees bedienen die Themenfelder Motivation & Ziele, Umgang mit dem Team sowie Umgang mit Stress & Konflikt. Der Mentoring-Hub München bietet aber auch den Mentoren eine wertvolle Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Mentoren werden in ihrer Rolle im Rahmen von Supervisionen (=kollegiale Fallberatung) unterstützt und während des gesamten Mentoring-Prozesses professionell begleitet.

Als zusätzliche Unterstützung für Mentoren sowie Ausbildungs- und Personalverantwortliche bietet der Mentoring-Hub München in Zusammenarbeit mit der IHK für München und Oberbayern darüber hinaus Informationen zu den Themen Ausbildung, Förderangebote und Berufsschule an.

Mentoring-Hub München: wir machen den Unterschied

Durch das Mentoring-Programm erhalten Mentees die Möglichkeit, ihr Potential am Arbeitsplatz zu entfalten, Motivation zu entwickeln sowie den Umgang mit Stress und Konflikten zu erlernen. In ihrem Mentor finden sie einen unparteiischen Ansprechpartner und es entstehen unternehmensübergreifende Netzwerke. Gleichzeitig entwickeln sich Mentoren weiter, u. a. in ihrer Selbstreflexion, und können ihr Erfahrungswissen als geschätzte Gesprächspartner weitergeben.

Unternehmen kommen mit dem Mentoring-Programm dem Bedürfnis nach individueller Betreuung nach, entlasten Ausbildungs- und Personalverantwortliche in ihrer täglichen Arbeit, fördern den Austausch zwischen den Generationen und ermöglichen den Kontakt mit anderen spannenden Unternehmen aus der Region. Damit können Unternehmen den Unterschied machen: für sich, ihr Unternehmen und das wichtigste Gut, das sie haben – ihre Mitarbeiter!

 

Weitere Informationen zum Mentoring-Hub München finden Sie hier.

 

Quellen:

Berufsbildungsbericht der Bundesregierung (2016). Abrufbar unter: https://www.bmbf.de/pub/Berufsbildungsbericht_2018.pdf

Weitere Informationen zur IHK für München und Oberbayern: https://www.ihk-muenchen.de/de/ und zu den Angeboten der IHK für München und Oberbayern zum Schwerpunkt Geflüchtete: https://www.ihk-muenchen.de/fluechtlinge/

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