RYC!-Sommer Spezial: unsere Trainer Vol. 2 – Hanna Drechsler

Foto von Mina Esfandiari

Mit viel Empathie: Hanna Drechsler

Hanna Drechsler liegen die Themen Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Familie, Beruf und persönlichen Interessen besonders am Herzen. Als systemischer Coach, Beraterin in der Berufsorientierung und als Mutter, die sich mit ihrem Mann Erwerbs- und Familienzeit 50/50 aufteilt, beschäftigt sie vor allem die Frage, wie jeder Mensch, beruflich und privat, Verantwortung für sein Wirken und seine persönliche Zufriedenheit übernehmen kann.

Welcher Moment als RYC!-Trainerin ist dein persönlicher „Golden Moment“?

Ein besonders schöner Moment, an den ich mich erinnere, entstand nach dem Matching der Mentoring-Paare in meinem allerersten RYC!-Training erinnern: die leuchtenden Augen der Teilnehmer, als sie das erste Mal als Paar zusammenarbeiteten, sich austauschten und Themen entdeckten, die beide bewegten. Die kribbelnde Stimmung im Raum, die Freude und das laute Rauschen durch die angeregten Gespräche. Ich weiß noch, dass wir Trainer es schwer hatten, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer für den Abschluss wieder auf uns zu lenken. Da wusste ich: „ich bin hier, weil ich Beziehungen gestalten und Menschen zusammenbringen will“ – einmalig!

Du hast bereits viele Erfahrungen im Bereich Berufsbegleitung gesammelt: Inwiefern profitierst du für deine Trainertätigkeit bei RYC! von diesen Erfahrungen?

Die Arbeit in der Berufsorientierung und -begleitung hilft mir dabei, die Perspektive und Lebenswelt der Auszubildenden nachzuvollziehen. Ich habe viel Erfahrung in der Kommunikation mit jungen Erwachsenen. Das ermöglicht es mir, deren Bedürfnisse zu verstehen und ich kann diese gut wiederum mit den Mentoren teilen. Ich bin immer wieder überrascht, wie fremd sich Auszubildende und Mitarbeiter aufgrund des Altersunterschieds sein können. Umso schöner ist es, wenn durch das Training diese wahrgenommenen Barrieren aufgebrochen werden, Verbindungen geschaffen werden und Mentoren sowie Mentees feststellen, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind, wie sie dachten.

Beziehungen zu gestalten ist für dich mehr als nur ein Motto. Wie kannst du als Trainerin Beziehungen mitgestalten?

Für mich ist es wichtig, in Beziehungen Verbindungen zwischen Menschen zu ermöglichen. Wenn man sich verbunden fühlt, zunächst mit sich selbst und dann mit anderen, z.B. einem Mentor oder Mentee, fällt es einem viel leichter Beziehungen zu gestalten. Menschen sind einfühlsam und wenn jemand ein ehrliches Interesse an einer anderen Person hat, dann fühlt sich die andere Person verstanden, unterstützt und gesehen – und das wollen wir alle.

Menschen fühlen sich miteinander verbunden, wenn sie z.B. Gemeinsamkeiten in ihren Werten, Erfahrungen und Aktivitäten entdecken. Wenn ich davon ausgehe, dass es immer möglich ist, mit anderen Menschen Gemeinsamkeiten zu finden und eine Beziehung mit ihnen aufzubauen, dann wird viel leichter für eine Person Beziehungen aktiv zu gestalten.

Gleichberechtigung ist ein viel diskutiertes Thema. Wie setzt du als Trainerin hier Impulse?

Als Trainerin trage ich meine Haltung, dass es kein hierarchisches Menschenbild gibt, immer mit ins Training. Jede/r Teilnehmer/in ist für mich gleich wichtig und wertvoll, egal wie erfahren oder wie alt sie sind oder in welcher Position sie im Unternehmen arbeiten. Jede/r leistet einen wertvollen Beitrag und jede/r ist genau so richtig, wie sie/er ist. Durch diese Haltung schätze ich die Teilnehmer in ihrer Individualität wert und gebe meine Überzeugung von gleichberechtigten Beziehungen an sie weiter. Und Mentoring wiederum ist nur dann wirksam, wenn Beziehung auf Augenhöhe beruhen. Darum ist der Austausch auf Augenhöhe immer ein wichtiger Trainingsinhalt.

Potentialentfaltung spielt in unser aller Leben eine Rolle. Wann konntest du dich das letzte Mal beim Wachsen beobachten?

Für mich geht es im Leben um stetiges persönliches Wachstum und darum, meine Potenziale zur Entfaltung zu bringen. Das Leben stellt mich ständig vor neue Herausforderungen oder Fragen und sobald ich für mich eine Lösung oder Antwort gefunden habe – ich also an meinen Aufgaben „gewachsen“ bin – findet sich eine neue noch größere Herausforderung, an der ich weiter wachsen kann. Ich beobachte, wie ich mir selbst immer neue Herausforderungen suche und sich damit meine Komfortzone stetig erweitert. Ich selbst lerne und wachse gerne, inklusive aller Freude und allem Schmerz, der natürlicherweise mit Wachstum verbunden ist. Besonders seitdem ich Mutter bin, hat sich mein persönlicher Wachstumsprozess noch mal beschleunigt, denn Kinder sind kleine Lehrmeister, die uns täglich neue Lektionen lehren. Für dieses gemeinsame Wachstum bin ich unendlich dankbar!

Weitere Informationen und das Trainerprofil von Hanna Drechsler findet Ihr hier.

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