RYC!-Sommer Spezial: unsere Trainer Vol. 4 – Elisabeth Hahnke

Mit viel Wärme: Elisabeth Hahnke

Ihre entwaffnende Herzlichkeit ist Elisabeth Hahnkes Wundermittel. Dem einzelnen Menschen zugewandt, schafft es die RYL!-Gründerin der persönlichen Auseinandersetzung mit Konflikten einen geschützten Raum zu geben und ermutigt Teilnehmer so, sich selbst zu zeigen.

Welcher Moment als RYC!-Trainerin ist dein persönlicher „Golden Moment“?

Ich habe ein Konfliktmanagement-Training geleitet. Meine Absicht war es, den Teilnehmenden den Raum zu geben um einen aktuellen Konflikt zu bearbeiten. Es war unser drittes Training, sodass wir bereits eine sehr ehrliche und wertschätzende Arbeitsatmosphäre geschaffen hatten. Mich hat es sehr berührt, dass alle Teilnehmenden ihre persönlichen Themen eingebracht haben. Ich habe für jeden Teilnehmer einen Coachingprozess gestaltet, der auf seinen Fall individuell zugeschnitten war. Dabei habe ich die Gruppe miteinbezogen. Was mich sehr bewegt hat war, dass die gesamte Gruppe für jeden einzelnen Fallgeber mitgefiebert hat. Es gab Tränen, Lachen, Aha-Momente und vor allem ein Gefühl der Kooperation. Jeder ist gelöst und mit neuen Perspektiven und Ideen aus dem Training gegangen. Für mich ist es als Trainerin wichtig, dass wir uns als ganze Menschen begegnen, ehrlich sein können und uns wirklich auf unsere Lernprozesse einlassen. Es war eines der anspruchsvollsten und schönsten Trainings, durch die ich führen durfte.

Du hast als Coach und Mediatorin bereits viele Erfahrungen gesammelt: Inwiefern profitierst du für deine Trainertätigkeit bei RYC! von diesen Erfahrungen?

Ich habe bereits mit einigen tausend Menschen gearbeitet. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig die persönliche Ansprache ist. Als Trainerin geht es mir darum, mich möglichst schnell und wertungsfrei auf einzelne Menschen und Gruppen einzulassen. Ich habe mit Vorstandsvorsitzenden und SchülerInnen gearbeitet, mit SozialarbeiterInnen, LehrerInnen und ManagerInnen, mit BerufseinsteigerInnen und sehr erfahrenen ExpertInnen. Jeder Mensch ist anders, jeder Kontext ist anders. Um Lernen zu ermöglichen, muss Wissen relevant werden – und Wissen für die unterschiedlichen Personen interessant zu machen, finde ich sehr inspirierend.

Du bist Senior-Trainerin und bildest Trainer selbst aus. Was ist dir in der Ausbildung angehender Trainer besonders wichtig?

Es ist eine Sache Methoden und Inhalte zu vermitteln, eine ganz andere Sache ist es junge TrainerInnen darin zu bestärken, dass sie ganz sie selbst sein dürfen und auch müssen, um authentische und kraftvolle Trainings zu gestalten. Mich fasziniert es wirklich, ein und dieselbe Methode von 100 verschiedenen TrainerInnen moderiert zu sehen. Jeder macht es anders, bringt seinen individuellen Funken, seine Verletzlichkeit, sein Gefühl, seine eigenen Werte mit ein. Und es ist jedes Mal sehr gut. Die TrainerInnen dabei zu unterstützen sich selbst zu finden, ihre eigene Stimme zu nutzen und ihre Kreativität in die Trainingsprozesse einzubringen, ist sehr erfüllend.

Was bedeutet der Begriff Potentialentfaltung für dich?

Jeder Mensch – egal wer – hat ein ureigenes Potenzial. Ressourcen, die in ihm liegen: manchmal brach, manchmal ganz lebendig. Und jeder Mensch ist so unendlich einzigartig in der Kombination der eigenen Talente, Interessen und Träume. Die meisten Potenziale liegen brach, weil wir sie nicht kennen, weil wir glauben jemand anderes sein zu müssen, als wir sind oder, weil wir begrenzende Einstellungen über uns haben. Potenziale müssen in Wirklichkeit nicht entfaltet werden, sie entfalten sich von selbst: wenn wir unsere Unsicherheiten überwinden, unsere Konditionierungen durchschauen, uns achtsam und neugierig begegnen. Als Trainerin gebe ich Menschen den Raum, in dem ein Potenzial entdeckt werden kann – durch Übungen, durch die Atmosphäre in der wir arbeiten, durch Storytelling, durch das Teilen eigener Erfahrungen.

Was verstehst du unter Veränderungen und wie kannst du als Trainerin Veränderungen unterstützen?

Ich denke, dass es nicht immer um Veränderung geht. Wir wollen uns immer verändern, unser bestes Selbst sein. Manchmal brauchen wir gerade keine Bewegung, sondern Stillstand – eine Art innehalten, ein Annehmen von dem was da ist. Die Veränderung entsteht aus dieser neuen Akzeptanz plötzlich von allein.

Potentialentfaltung spielt in unser aller Leben eine Rolle. Wann konntest du dich das letzte Mal beim Wachsen beobachten?

Die letzten Monate habe ich mich eher zurückgezogen und war kreativ tätig, mit meiner Familie unterwegs oder habe einfach nur am See gelegen. Normalerweise teile ich sofort meine neuen Projekte und Ideen und bin fast jede Woche in Trainings und Coachings präsent. Ich bin seit über einer Dekade als Unternehmerin selbstständig und war sehr umtriebig. Dieses Jahr hat Wachstum für mich persönlich bedeutet, einmal zur Ruhe zu kommen und weniger zu machen. Eine sehr schöne Erfahrung!

Weitere Informationen und das Trainerprofil von Elisabeth Hahnke findet Ihr hier.

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