RYC!-Sommer Spezial: unsere Trainer Vol. 8 – Martin Teichmann




Mit viel Power: Martin Teichmann

 

Als selbstständiger Coach und Trainer liegt Martin Teichmann das Erweitern und Überwinden persönlicher Grenzen besonders am Herzen. Er leitet seine Trainings voller Energie und Lebendigkeit. Durch einen klaren Blick fürs Detail gelingt es ihm, in den Teilnehmern eigene Kräfte zu aktivieren. Mit einer entsprechenden „hands on“-Mentalität verlassen die Teilnehmer motiviert und erfrischt seine Trainings.

Welcher Moment als RYC!-Trainer ist dein persönlicher „Golden Moment“?

Es handelt sich dabei nicht um eine bestimmte Situation, eher um ein Phänomen, das häufiger auftritt, wenn Menschen miteinander an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Individuelle Perspektiven, Erfahrungen und unterschiedliche Verständnisse von formulierten Meilensteinen, können zu divergenter Interpretation vom Projekterfolg führen und schmälern die Motivation. Durch Fragen und den Input aller Teilnehmer nehmen wir im Training unterschiedliche Sichtweisen an und suchen nach Lösungen. Wenn dann am Ende die Augen wieder leuchten und die Teilnehmer voller Tatendrang sind – oft sogar überschwänglich – dann ist das der Lohn für meine Arbeit und das größte Lob, das ich bekommen kann. Menschen in ihr Potential und ihre Kraft zu bringen und sie erkennen zu lassen, was Einzigartiges in ihnen steckt – das ist, was mich antreibt und mich nie müde werden lässt.

Du hast als SUP-Trainer und Verhaltenscoach bereits viele Erfahrungen gesammelt: Inwiefern profitierst du für deine Trainertätigkeit bei RYC! von diesen Erfahrungen?

Jedes Seminar ist wie ein gutes Training – es fordert die Teilnehmer sowohl auf mentaler als auch auf körperlicher Ebene. Es ist durchaus anstrengend, Verhalten und Situationen noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und zu reflektieren. Wir schauen uns den Ist-Zustand an und entdecken, wo der Teilnehmer gern sein möchte. Dabei ist es mir sehr wichtig, dass wir auch die Gründe und Antriebe hinterfragen. Ein Ziel, welches nicht aus unserem Inneren entspringt, sondern aus gesellschaftlichen Ansprüchen oder Glaubenssätzen resultiert, wird nie mit derselben Schaffenskraft und Energie angegangen werden können. Diese Tatsache war besonders deutlich in meiner Arbeit im Flüchtlingsheim. Die Menschen sind nicht in Deutschland weil es ihr Ziel war, sondern weil sie in der Heimat in Lebensgefahr waren. Nun bedarf es der Integration und Anpassung sowie dem Aufbau einer neuen Lebensvision – und das, ohne die neuen Umstände überhaupt einschätzen zu können. Eine große Herausforderung für alle Parteien, die gemeinsam aber gut zu stemmen sind.

Du bist Trainer und Unternehmer zugleich. Wie verbindest du beide Jobs bzw. Rollen?

Für mich passt weder die Bezeichnung Job noch Rolle richtig gut. Was ich mache ist meine Leidenschaft und deshalb sprühe ich vor Energie in allem was ich anpacke. Sonst gäbe es keinen Grund aktiv zu werden. Trotzdem sind es zwei Paar Schuhe. Das Wort Unternehmer klingt für mich fast zu hochgetragen, Umsetzer, Macher oder Veränderer gefällt mir besser. Darum geht es mir: der Welt etwas mitgeben in einem, wenn vielleicht auch kleinen Rahmen, etwas vorangebracht zu haben und Menschen in ihrem Leben zufriedener zu machen. Wie zufrieden jeder ist, liegt ganz in jedem selbst aber ich kann dabei unterstützen, begleiten und inspirieren. Meine Stand Up Paddling-Schule ist Saisongeschäft und dort optimiere ich soweit es geht, damit auch ohne mich alles klappt. Dank eines super Teams und standardisierten Prozessen klappt das sehr gut. Für Trainings und Seminare organisiere ich dann alles vorab. Nicht immer so einfach und immer mit Potential zur Verbesserung aber ich bin mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden.

Worin bist du Experte und warum?

Anpacken – scheitern – wieder aufstehen – weitermachen! Wenn ich etwas im Leben möchte muss ich es mir holen, das wurde mir früh beigebracht. Und so habe ich bereits im Studium mein erstes Unternehmen gegründet. Dieses scheiterte binnen der ersten 2 Jahre, trotz immenser 24/7-Arbeit. Viel Geld ging verloren, doch reicher wurde ich an Erfahrungen. Bei zwei weiteren Unternehmungen erging es mir genauso. Die Schulden wuchsen und die Zweifel, ob Unternehmertum und Selbstständigkeit das Richtige für mich ist, wurden sehr laut. „Geh doch einfach arbeiten“ hieß es um mich herum, schließlich hätte ich als Wirtschaftsingenieur hervorragende Jobchancen. Dann kam Stand Up Paddling in mein Leben und ich wollte es wieder wissen. Mittlerweile schule ich seit 5 Jahren erfolgreich Stand Up Paddling Interessierte und sowohl meine Schule als auch ich wachsen noch jeden Tag an Herausforderungen. Niederschläge wirken als Antrieb der Kreativität und bremsen nur kurzfristig aus.

Was sind deiner Erfahrung nach immer wiederkehrende Herausforderungen in der Arbeit mit Menschen?

Die Herausforderungen sind ebenso vielschichtig, wie Menschen verschieden sind. Und das ist gerade das Spannende. Häufig stellen wir in Gesprächen fest, dass dem eigenen Leben Ansprüche zugrunde liegen, die den Ursprung nicht in der Person selber haben. Getriebenheit von gesellschaftlichen Normen, Werbung und Social Media und ein unheimlich schnelles Leben sind Gründe dafür. Der Kontakt zu sich selber geht verloren. Wir wissen sehr genau, was wir nicht wollen, aber unsere Bedürfnisse zu formulieren stellt eine wahre Hürde dar. Dorthin zurückzufinden bedeutet, dass Steuer für das eigene Leben wieder zu ergreifen. Und dort sitzt das nächste Problem. Vertraue ich mir und meinem Leben, dass alles gut wird? Das Urvertrauen. Natürlich kann vieles schief gehen, wenn wir unsere Komfortzone verlassen. Damit ist aber gleichzeitig eine Chance auf viele neue Möglichkeiten verbunden. Und selten ist der worst case – was schlimmstenfalls passieren könnte – wirklich dramatisch. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dazu möchte ich ermutigen und unterstütze meine Kunden.

Potentialentfaltung spielt in unser aller Leben eine Rolle. Wann konntest du dich das letzte Mal beim Wachsen beobachten?

Wir wachsen mit jedem einzelnen Schritt, also wachsen wir jeden Tag ein bisschen mehr. Fraglich ist nur, wie bewusst wir das wahrnehmen. Die kleinen Dinge des Alltags können unheimlich nachhaltig und großartig sein. Wenn ich auf Situationen oder Menschen treffe, bei denen ich Widerstand in mir bemerke, dann schaue ich mittlerweile, was diesen erzeugt und was ich dadurch über mich selber lerne. Widerstand verstehe ich als Anzeichen für mein eigenes Potential bzw. für Dinge, die ich an mir selbst nicht mag. Am stärksten wirkte meine Australienreise im Januar 2018 – allein um Mitternacht am anderen Ende der Welt ankommen, am nächsten Tag das erste Mal wieder die Schulbank drücken und sich vollkommen neu zurechtfinden. Und das alles ohne irgendjemanden vor Ort zu kennen und damit einen Anker zu haben. Allein Reisen, das sollte jeder einmal gemacht haben.

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