Mentoring für starke Helfer: ROCK YOUR COMPANY! @ Caritas e.V.

Soziale Berufe können auch happy machen: Gruppenbild der begeisterten Abschlussgruppe der Caritas

Der Caritas-Verband ist weltweit für seine professionelle Hilfe in schwierigen Lebenslagen bekannt. Mehr als 1 Mio. festangestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich allein in Deutschland für Mitmenschen in Not. Dass gerade soziale Berufe ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich bringen ist kein Geheimnis.

Die Geschäftsführer der Caritas-Zentren im Raum München wollten verhindern, dass junge Berufsanfänger ganz unvorbereitet auf solche Herausforderungen treffen und stellten ihnen daher das Inhouse-Mentoring Programm von ROCK YOUR COMPANY! zur Seite.

Auch Helfer brauchen Starthilfe

Dreizehn junge Mitarbeiter aus den Bereichen „Kita“ und „Asyl“ starteten im Oktober 2016 mit ihren Mentoren und ROCK YOUR COMPANY! in das sechsmonatige Programm. Als Leitziele fassten die Caritas und RYC! die Persönlichkeitsentwicklung aller Teilnehmer, eine interne Vernetzung der Mitarbeiter und einen dadurch gesteigerten Wissenstransfer ins Auge. Konkret bedeutete das zum Beispiel, dass sich die Mentees ihre neue (Arbeits-)Rolle bewusst machen sowie in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden sollten.

In den fordernden pädagogischen Berufen spielen soziale Kompetenzen wie z. B. Coping-Strategien eine wichtige Rolle; der Wunsch nach Techniken zur Stressbewältigung und Konfliktlösung war dabei besonders groß. Inhalte, die zum einen durch die engagierten Mentoren vermitteltet wurden und zum anderen Teil der begleitenden Trainings waren.

Haben wir unsere Ziele erreicht? Auf der Abschlussveranstaltung Mitte Mai haben wir nachgefragt.

Die besten Geschichten erzählen die Mentoring-Paare selbst

Glückliches Mentoring-Paar Desiree und Annelie

Mentee Desiree startete bei der Caritas im Bereich „Kindertagesstätten“. Sie erzählt uns, dass es ihr wichtigstes Ziel war, selbstbewusster zu werden und vor anderen durchsetzungsstark auftreten zu können. Bei der Frage, ob sie ihr Ziel erreichen konnte, lacht sie: Es lägen jetzt „Meilen“ dazwischen. Bereits nach wenigen Monaten wurde Desiree befördert und bekam Personalverantwortung. Im vergangenen halben Jahr ist sie vor allen an ihren neuen Aufgaben gewachsen, hat aber auch viel Rückhalt aus dem Mentoring-Programm ziehen können.

„Es hat sich unfassbar viel geändert. Nicht nur meine berufliche Rolle, sondern auch meine innere Haltung. Ich kann jetzt Ansagen machen. Das hätte ich mir im Oktober nicht vorstellen können.“

Ihre Mentorin Annelie hat Desiree auf ihrem Weg begleitet und ihr Potential bereits von Anfang an erkannt. Annelie berichtet begeistert, dass bereits die gemeinsamen Gespräche und Treffen geholfen hätten, um Desiree ihre Rolle näher zu bringen und ihr zu zeigen, was in ihr steckt. Das i-Tüpfelchen waren die RYC!-Trainings: Desiree erinnert sich an eine besonders stressige Arbeitsphase und an den glücklichen Zufall, dass ausgerechnet dann das RYC!-Training zur Stressbewältigung auf dem Plan stand.

Auch die erfahrenen Mitarbeiter lernen während der Mentoring-Programme einiges dazu. Wie viele andere Mentoren vor ihr, machte auch Annelie während einer RYC!-Supervision die Erkenntnis, dass Mentoring sehr individuell und bedarfsgerecht abläuft:

„Ich dachte sie braucht mich viel mehr, ich dachte ich muss mehr tun, das kann es doch nicht sein. Da hat mir die Supervision geholfen: Zu verstehen, dass auch die Dinge, die nicht groß und sichtbar sind, genauso auf anderen Ebenen wirken.“

Das Mentoring-Paar will auch weiterhin miteinander Kontakt halten. Neben dem gestärkten Selbstbewusstsein nehmen sie aus dem Programm außerdem „persönliche Stärke“ mit, sowie Rückhalt und ein „gutes Gefühl“! :)

Ein schönes Fazit zur persönlichen Entwicklung der Teilnehmer. Wie aber haben die Caritas-Zentren vom Inhouse-Mentoring profitiert?

The Bigger Picture: Andreas Bohnert (Geschäftsführer Caritas-Zentrum Landkreis Ebersberg) im Interview

Geschäftsführer Andreas Bohnert berichtet über das Mentoring-Programm für Mitarbeiter mit sozialem Beruf

Warum haben Sie sich im letzten Jahr entschieden das Programm zu starten? 

„Wir haben festgestellt, dass wir uns bei den stark wachsenden Aufgabenbereichen „Asyl“ und „Kindertagesstätten“ zunehmend schwer tun, Personal zu finden. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht leicht, das vorhandene Personal zu halten. Es war vielleicht ein glücklicher Zufall, dass die Caritas und ROCK YOUR COMPANY! hier zusammen gekommen sind: Das war für uns wirklich eine sehr gewinnbringende Partnerschaft! (…) Wir haben mit dem Programm versucht, junge Mitarbeiter an uns zu binden und bei erfahrenen Mitarbeitern – die schon lange bei uns sind – eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen zu schaffen. Dabei war uns wichtig, ihnen das nötige Know-How zu geben, d.h. sie in die Lage zu versetzen, ihr Erfahrungswissen auch wirklich weitergeben zu können.“

Was ist denn aus Ihrer Perspektive das Besondere an dem Programm mit RYC! ?

„Das Besondere aus meiner Sicht ist, dass wir es hier schaffen, die jungen Mitarbeiter in einem angemessenen Rahmen anzusprechen und die Ressourcen, die wir schon haben (die erfahrenen Mitarbeiter), wirklich gut einzubinden. Dazu gehört auch, Verantwortung im Unternehmen breiter aufzustellen; auch mal weg von den Führungsebenen. Also Hierarchien abzubauen und zu sagen: Wir sind alle verantwortlich für den Erfolg des Unternehmens.“

Worin sehen Sie die Vorteile für die Mitarbeiter (für Mentees und Mentoren)?

 „Die Vorteile sind sehr vielseitig. Für die Mentees liegen sie vor allem darin, einen Ansprechpartner, eine Vertrauensperson zu haben, die sie in der Anfangsphase ansprechen können. Wir haben ja festgestellt, dass diese Verbindungen wahrscheinlich auch über das Programm hinaus bestehen bleiben. Hier sind also sehr stabile Arbeitsbeziehungen entstanden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es sehr zielgerichtete „Fortbildungen“ [Trainings] für die jungen Mitarbeiter gibt – weg von den fachlichen Themen hin zu Soft Skills: wie organisiere ich mich, wie gehe ich mit Stress um, wie mit Konflikten, wie kläre ich einen Konflikt mit meinen Führungskräften usw..

Im Rahmen des Programms entstehen natürlich auch Netzwerke, die in der späteren Arbeitsphase durchaus noch tragend und vorteilhaft sein können. Ein Netzwerk aus Menschen quasi, das sich weiterhin unterstützen und bereichern kann. Wir bilden aber mit den Mentoren auch zukünftige Wissensträger, zukünftige ‚Coaches’ aus. Heute [bei der Abschlussveranstaltung] haben wir sogar gehört, dass einige Mentoren Weiterentwicklungs-Pläne geschmiedet haben, z. B. entsprechende Studiengänge zu besuchen oder Fort- und Weiterbildungen zu machen.“

 

Wir danken für das super Feedback und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der Caritas München und Oberbayern, dem Caritas Zentrum Dachau, Caritas-Zentrum Ebersberg und der Caritas Region München!

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